Nachfolge beginnt im Alltag.

Nachfolge beginnt im Alltag.

Der Nachfolge-Kompass als Arbeitsblatt für mehr organisatorische Übergabefähigkeit

Unternehmensnachfolge wird häufig zuerst mit Verträgen, Finanzierung und Eigentum verbunden. Ebenso wichtig ist jedoch die organisatorische Seite: Wie werden Entscheidungen getroffen, wenn eine Schlüsselperson nicht erreichbar ist? Wo liegt Erfahrungswissen? Und wer kennt wichtige Kundenbeziehungen und offene Zusagen?

In etwa zehn Minuten können Sie Ihre organisatorische Handlungsfähigkeit und die Klarheit Ihres Übergabewegs einschätzen.

Kostenlos · ohne E-Mail-Adresse

Kostenlos · ohne E-Mail-Adresse

Warum diese Fragen jetzt wichtig sind

In Rheinland-Pfalz stehen in den kommenden fünf Jahren rund 9.000 Unternehmen zur Übergabe an, im Saarland rund 2.000.[1] [2] Zugleich haben zwei Drittel der in Rheinland-Pfalz Befragten noch keinen konkreten Übergabeplan entwickelt.[1]

Die regionale Nachfolgestudie zeigt außerdem einen Zusammenhang zwischen Arbeitsalltag und Vorbereitung: Stark operativ eingebundene Unternehmerinnen und Unternehmer verfügten deutlich seltener über konkrete Nachfolgepläne als strategisch agierende Führungskräfte.[1] Das verweist auf eine organisatorische Herausforderung: Übergabevorbereitung braucht Zeit, Klarheit über Rollen und Gelegenheiten, Verantwortung schrittweise weiterzugeben.

Was der Nachfolge-Kompass betrachtet

Der Kompass arbeitet mit zwei Perspektiven. Beide sind für eine Übergabe relevant – unabhängig davon, ob eine Nachfolge innerhalb der Familie, an Mitarbeitende oder extern erfolgt.

Perspektive

Handlungsfähigkeit im Alltag

Leitfrage

Kann das Unternehmen verlässlich arbeiten, wenn eine Schlüsselperson zeitweise ausfällt oder Verantwortung abgibt?

Konkret betrachtet werden

Entscheidungsrechte, Vertretung, Kundenwissen und Erfahrungswissen

Perspektive

Klarheit über den Übergabeweg

Leitfrage

Wie konkret ist die organisatorische Vorbereitung einer späteren Übergabe?

Konkret betrachtet werden

Strategische Agenda, kritische Rollen, Zeithorizont und gemeinsame Gespräche

Forschung zu Familienunternehmen beschreibt Wissenstransfer als Prozess, der bereits in der Vorbereitung beginnt und sich über Übergang und Übergabe hinweg fortsetzt.[3]

So nutzen Sie das Arbeitsblatt

1. Acht Aussagen bewerten
2. Zwei Summen bilden
3. Position in der Matrix bestimmen

Merksatz: Übergabefähigkeit wächst im Alltag – durch klare Verantwortung, systematische Wissensweitergabe und Führung, die Handlungsfähigkeit auf mehrere Schultern verteilt.

Quellen

[1] IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz: Nachfolger gesucht: Zwei Drittel der Unternehmen noch ohne konkrete Übergabepläne, 30. April 2025.

[2] Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitales und Energie Saarland: Fortsetzung folgt – Wirtschaftsministerium startet Offensive zur Unternehmensnachfolge im Saarland, 29. April 2026.

[3] Pipatanantakurn, K., & Ractham, V. V. (2022). The Role of Knowledge Creation and Transfer in Family Firm Succession. Sustainability, 14(10), 5845. https://doi.org/10.3390/su14105845.